Prävention

Oft weiß man gar nicht, wie man am besten reagieren kann, wenn man im Internet angegriffen und gemobbt wird. Damit Du im Fall der Fälle einen kühlen Kopf bewahren kannst, haben wir hier ein paar Anregungen für mögliche Verhaltensweisen.

Privatsphäre

Die Privatsphäre ist heutzutage wohl das am meisten zu schützende Gut eines jeden Menschen. Gerade zu Zeiten der sozialen Netzwerke und der Flut an Informationen, die man dort über jemanden erfahren kann, ist es sehr wichtig schon von Anfang an zu definieren, was man über sich preisgeben möchte und an wen.

Man sollte sich mit den Privatsphäre-Einstellungen in dem bestimmten Netzwerk, in dem man angemeldet ist, vertraut machen und nur wirklich relevante Informationen veröffentlichen. Außerdem müsst ihr bei jedem Post und jeder Nachricht sichergehen, dass keine Ortungsdienste aktiviert sind, die evtl. euren Standort ausgeben.

Wenn ihr auf diese Kleinigkeiten achtet, ist eure Privatsphäre zum großen Teil gewahrt.

Cloud-Dienste

Cloud-Dienste – Die Datenwolken !?

Cloud-Dienste stellen eine praktische und nützliche Lösung dar, um geräteunabhängig auf seine Daten zugreifen zu können. Faktisch bedeutet es, dass in einer virtuellen Wolke der „Cloud“ alle Daten gespeichert werden. Ihr also theoretisch nicht mehr selbst Euren Speicherplatz verbraucht, z.B. auf dem Smartphone um Bilder, Videos oder Dokumente zu sichern. Der Vorteil liegt darin, dass von jedem Gerät mit Eurem Passwort auf die Dienste zugreifen könnt, und bei Verlust des Gerätes nicht gleich Eure gesamten Bilder und Videos verloren sind.

Jedoch sind Cloud-Dienste auch kritisch zu betrachten, weil Ihr an dieser Stelle Eure Daten leicht außer Kontrolle geben könnt. Der Hintergrund ist folgender: Die Anbieter von Cloud-Diensten stehen vor einer großen Herausforderung wenn es darum geht, Eure Daten sicher zu speichern. Speziell für sensible personenbezogene Daten sind geeignete und vor allem wirklich sichere Zugriffskontrollen nur schwer realisierbar, dass also wirklich nur Ihr an Eure Daten herankommt. Demzufolge empfehlen wir Euch, bei der Speicherung sensibler personenbezogener Daten über Cloud-Diensten sorgsam zu sein.Nur als Beispiel: Bilder die keiner sehen sollte, solltet Ihr auch nicht bei Cloud Diensten hochladen!

Darüber hinaus empfehlen wir Euch, Einstellungen Eurer Endgeräte – wie Smartphones oder Tablets – so vorzunehmen, dass Ihr eine automatische Speicherung der Daten in eine Cloud deaktiviert. So vermeidet Ihr, dass Ihr unwissentlich Daten in eine Cloud ablegt.

Clouds sind sinnvolle Einrichtungen, um nicht sensible Daten auf allen Geräten zu sichern und abzurufen. Was aber niemand sehen sollte, hat auch in der Cloud nichts verloren!

Schutz

Das Passwort hat heute den gleichen Stellenwert wie der Haustürschlüssel. Wer mit seinem Passwort fahrlässig umgeht, riskiert, dass andere Zugriff auf sein Profil haben.

Natürlich haben alle Sozialen Netzwerke verschiedene Kriterien, was die Passwortauswahl betrifft, dennoch gibt es einige Tipps, um sein Passwort sicher zu machen:

  • Verwendet keine persönlchen Daten, wie Geburtstag oder -ort, Namen, etc.
  • Euer Passwort sollte bestehen aus: Groß- und Kleinbuchstaben, Zahlen und wenn möglich auch Sonderzeichen, so macht ihr das Passwort nahezu unknackbar
  • Nicht immer das selbe Passwort für unterschiedliche Internetdienste verwenden. Sollte es dazu kommen, dass dein Passwort in die falschen Hände gerät, dann nur für eine Internetseite und nicht für alle, auf denen du angemeldet bist. So kannst du schneller einen Riegel vorschieben und das Passwort ändern
  • Notiere dir all deine Passwörter und hinterlege sie an einem wirklich sicherern Ort (nicht im Smartphone und nicht im Portmonnai, denn bei Diebstahl oder Verlust können deine Passwörter missbraucht werden

Verlust der Kontrolle

„Das Internet vergisst nie.“

Diesen Satz haben sicherlich viele schon einmal gehört. Er mag im ersten Gedanken vielleicht lächerlich wirken, aber er ist die nackte Wahrheit. Postest du einmal ein Foto im Internet, ist es nur schwer das Bild komplett zu entfernen. Denn man weiß nie, wer sich eine Kopie deines vermeintlich peinlichen Fotos ergattert hat, bevor du es wieder löschen konntest oder auf welchen Servern die Datei noch liegt.

Außerdem trittst du oftmals deine Bildrechte ab, wenn du dich in einem Sozialen Netzwerk anmeldest. Das heißt, dass dein Bild von jedem verwendet werden kann, der im Netzwerk rumirrt, egal mit welcher Absicht.

Sich selbst „googlen“ 

Sich selbst „googlen“ – Die Personenauskunft des 21 Jahrhunderts?!

Sich selber „googeln“ ist ein Begriff, der mittlerweile sogar einen offiziellen Eintrag im Duden hat. Vereinfacht übersetzt bedeutet der Begriff, dass mit Hilfe einer – nicht nur der namensgebenden – Suchmaschine Informationen über die eigene Person gesucht und angezeigt werden kann. Die Gründe, warum Menschen sich googeln, sind genauso vielfältig wie die Menschen selbst. Aber nur ungefähr 60 Prozent der Internetnutzer haben sich bereits selbst gegoogelt (Jarvis, 2012). Manche tun es beispielsweise aus Eitelkeit, andere aus reiner Neugierde heraus und manche wiederum, um zu sehen, ob positive oder negative Einträge zur eigenen Person vorliegen. Der Hauptbeweggrund ist jedoch, festzustellen und ggf. zu kontrollieren, welche Informationen über einem im Internet verbreitet sind bzw. vorliegen.

Wir empfehlen Euch,sich selbst zu „googeln“, aber wir empfehlen auch, dass Eltern insbesondere von jüngeren Kindern auch hin- und wieder nach diesen googeln sollten. Findet also heraus, welche Informationen von Euch bereits im Internet kursieren. Sobald Ihr unangenehme Informationen über Euch – sei es ein unpassendes Bild oder ein schlecht gewählter Kommentar – seht, stellt Kontakt zu dem Webseitenbetreiber her und verlangt die sofortige Löschung dieser Informationen. Denn der Europäische Gerichtshof hat entscheiden, dass es auch im Internet ein Recht auf Vergessen geben muss.

Umso weniger kritische Informationen über Euch im Internet verbreitet sind, desto weniger Angriffsfläche bietet Ihr den Mobbern.

Ein kleiner Tipp noch für Euch. Bei Google gibt es die Möglichkeit der Bildersuche. Ihr müsst unter dem „Reiter Bilder“ nur ein Bild von Euch – z.B. ein Profilbild – ziehen, dann prüft Google automatisch ob dieses Bild bereits im Netz zu finden ist.

Quellen:

Jarvis, Jeff (2012) „Mehr Transparenz wagen!: Wie Facebook, Twitter & Co. die Welt erneuern“ ISBN: 978-3869950419

http://www.faz.net/aktuell/finanzen/meine-finanzen/geld-ausgeben/nachrichten/wie-man-seine-daten-im-internet-loeschen-kann-12944818.html

Ausweichen

Oftmals wollen die Mobber nach ihren Taten einfach nur die Reaktionen der Gemobbten mit ansehen, die ihre Streiche und Sticheleien hervorgebracht haben. Sie machen sich darüber lustig und profilieren sich sogar vor ihren Freunden.

Dem Ganzen kann man aber ganz schnell ein Ende setzen, indem man ihnen genau das verwehrt, nämlich seine Trauer oder Wut. Auch wenn es in manchen Situationen sicherlich schwierig erscheint, aber ruhig und gelassen zu wirken, wenn negative Worte oder Taten auf einen einprasseln, ist häufig die schnellste Waffe gegen Mobbing.

Der Angreifer verliert schnell sein Interesse, sobald er merkt, dass seine Taten keine Früchte tragen. Deshalb versucht euer bestes und gebt eurem Kontrahenten zu spüren, wie kalt euch seine Aktionen lassen.